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Kühlen mit der Wärmepumpe

Kühlen mit der Wärmepumpe

Moderne Wärmepumpen können im Sommer zum Kühlen genutzt werden. Das bringt ein deutlich angenehmeres Raumklima, so etwa in einem Einfamilienhaus in Stetten (SH).

 

Das Dorf Stetten liegt wenige Kilometer nördlich von Schaffhausen an einer Hanglage mit ausgezeichnetem Panoramablick. «An schönen Tagen sehen wir bis zum Säntis», sagt Remo Waldvogel. Gemeinsam mit seiner Familie wohnt der Architekt in einem spannenden Gebäudeensemble, das er selbst umgebaut und erweitert hat. Der älteste Hausteil, früher eine Scheune, zeigt aussen noch einen Balken mit der Jahrzahl 1891. Heute befinden sich darin zwei moderne Mietwohnungen. Das Einfamilienhaus, in dem die Familie Waldvogel wohnt, entstand 2002 als massiver Ersatzneubau für das alte Wohngebäude.

 
Katze auf einem Teppich in einem modernen Wohnraum mit Parkettboden und Sofa

Beschatten und Kühlen

Trotz der brennenden Julisonne herrschen im Wohnzimmer angenehme Temperaturen. Das liegt einerseits an der Beschattung der Fensterflächen. Andererseits profitiert das Einfamilienhaus seit kurzem von einer passiven Kühlung. Denn durch die bestehende Fussbodenheizung lässt man kaltes Wasser zirkulieren. Dieses System, das sogenannte Freecooling, funktioniert unabhängig vom Bodenbelag. Während das Wasser durch die Fussbodenheizung fliesst, nimmt es einen Teil der Raumwärme auf und kann so die Raumtemperatur um drei bis vier Grad absenken.

 
Heizungszentrale mit Pufferspeicher und Erdsonden Wärmepumpe

Im Technikraum steht eine Erdsonden-Wärmepumpe vom Typ AQUATOP® S14. Im Winter erntet die Maschine Umweltwärme aus dem Erdreich, im Sommer hingegen führt man dem Erdreich Wärme zu. «Das schafft einen Ausgleich und verlängert zudem die Nutzungsdauer der Erdsonde», sagt Marc Hutter, Abteilungsleiter Heizung/Kälte und Mitinhaber bei der Schmid Hutter AG. Das Wasser in der Fussbodenheizung bleibt in seinem geschlossenen Kreislauf. Seine Wärme überträgt es via Plattenwärmetauscher an den Kreislauf der Erdsonde.

 

Tiefe Stromkosten

Nur die Umwälzpumpen müssen laufen, damit das Wasser in der Fussbodenheizung zirkulieren kann. Deshalb sind die Stromkosten überschaubar. «Gerade im Vergleich zu einer klassischen Klimaanlage kann man mit Freecooling sehr günstig kühlen», sagt Paulo Pereira, zuständiger Verkaufsberater bei ELCO. 

 
Detailansicht einer Heizungsinstallation mit Messgeräten, Ventilen und Rohrleitungen im Technikraum

Drei kleinere Anpassungen waren notwendig, um das Freecooling zu ermöglichen. Erstens der erwähnte Wärmetauscher zwischen dem Wasserkreislauf der Fussbodenheizung und dem Wasser-/Glykol-Kreislauf der Erdsonde. Zweitens brauchte es zwei Umschaltventile, damit zwischen dem Sommerbetrieb (Freecooling) und dem Winterbetrieb (Heizen) gewechselt werden kann. Und drittens gibt es einen Taupunktwächter. Er verhindert, das aussen an den Rohren der Fussbodenheizung Wasser kondensieren und im Unterlagsboden respektive am Bodenbelag Schäden verursachen kann. 

 

Automatische Regelung

Den Wechsel zwischen Sommer- und Winterbetrieb meistert die Anlage selbstständig, indem die Wärmepumpe beim Erreichen der definierten Temperaturen die Umschaltventile aktiviert. Damit dies einwandfrei klappt, ist neben der Heizkurve auch eine Kühlkurve programmiert. Mit Kosten von ungefähr 5000 bis 7000 Franken für Hardware, Arbeit und Inbetriebnahme sei Freecooling eine attraktive Option, meint Marc Hutter: «Eine konventionelle Klimaanlage wird selten bewilligt, kostet deutlich mehr und verbraucht erst noch mehr Strom.» 

 
Drei Personen sitzen auf einer Terrasse vor einem Wohnhaus mit Garten und Blumenbeeten.

Paulo Pereira von ELCO sagt: «Bei den heutigen Klimaverhältnissen sollte Freecooling für jede Anlage zumindest ernsthaft geprüft werden». Und Hauseigentümer und Architekt Remo Waldvogel hält fest: «Beim Bauen lohnt es sich immer, in Qualität zu investieren, ob bei der Fassade oder beim Heizsystem. Die Mehrkosten fallen nicht wirklich ins Gewicht, der Beitrag zur Lebensqualität und zum Werterhalt des Objekts hingegen schon.»

 
 

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