Gezieltes Überheizen
Die Amortisation eines Batteriespeichers hängt von zahlreichen Variablen ab. Dazu gehören der Preis für den Netzstrom, die Rückliefervergütung für eingespeisten Solarstrom oder der Anteil des PV-Stroms, den man selber verbrauchen kann (Eigenverbrauchsanteil). Auch die langfristige Speicherkapazität des Batteriespeichers ist meistens eine unbekannte Grösse. Deshalb sollten Eigentümerinnen und Eigentümer beim Thema Energiespeicher nicht nur an Batteriespeicher denken, sondern auch an Wärmespeicher. Mindestens einer davon, oft auch zwei, stehen bereits im Heizkeller. «Wasser ist ein ausgezeichneter thermischer Speicher. Wenn man mit einer Wärmepumpe heizt, hat man ohnehin einen Pufferspeicher für die Heizung», sagt Roland Roth. Er ist Ingenieurberater bei Elco und berät viele Kunden bei der Optimierung ihrer Anlagen.
Eine solche ist das gezielte Überheizen (im Fachjargon: Überladen) des Speichers im Heizbetrieb. Dafür läuft die Wärmepumpe während der sonnenreichen Stunden mit dem Strom vom eigenen Dach. Bei einem Speichervolumen von 600 Litern und einer Überladung um 20 Grad Celsius kann eine Speichertemperatur von 50 bis 55 Grad Celsius erreicht werden . Damit sind mindestens 10 Kilowattstunden Heizenergie eingespeichert, die nun während der Nacht sukzessive «verheizt» werden können. Eine zweite Möglichkeit bietet der Warmwasserspeicher: Sein Elektroheizeinsatz kann mit überschüssigem PV-Strom betrieben werden. «Der Strom wird in Wärme verwandelt, die man dann wiederum in Form von Warmwasser beziehen kann», sagt Roland Roth. Der maximale Anteil von PV-Strom, der für die Wassererwärmung verwendet werden darf, ist jeweils im kantonalen Energiegesetz festgelegt. Dieses regelt auch die Rahmenbedingungen – der örtliche Heizungsinstallateur oder die kantonale Energiefachstelle kennen die Details und geben Eigentümerschaften gerne Auskunft dazu.