Gas geben
Ab 2027 sind Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel vorgeschrieben. Für den Privatbereich wird dies insbesondere Propan sein. Welche Veränderungen bringt der Umstieg, und welchen Einfluss hat er auf laufende Sanierungsprojekte?
Mit der Abschaffung des Eigenmietwerts sind auch die eidgenössischen Steuerabzüge für energetische Sanierungen bald Geschichte. Jedoch könnten sie auf kantonaler Ebene durchaus weitergeführt werden. Eine kurze Auslegeordnung zeigt, dass die Heizungssanierung ungeachtet dieser Abzüge ein komplexes, zeitaufwendiges Projekt bleibt.
Mit der Abschaffung des Eigenmietwerts hat sich die Ausgangslage für Heizungssanierungen verändert. Das Gebäudeprogramm scheint für die nächsten drei Jahre gerettet, bei den Steuerabzügen ist das Rennen noch offen. Was bedeutet das für Eigentümerschaften, die sanieren wollen? Für energetische Sanierungen gab es bisher zwei Anreize. Einerseits förderte der Bund via Gebäudeprogramm geeignete Projekte, andererseits konnte der Löwenanteil der Kosten für eine energetische Sanierung bei den Steuern abgezogen werden. Wegen der Abschaffung des Eigenmietwerts können energetische Sanierungen bei der Bundessteuer ab voraussichtlich 2028 nicht mehr abgezogen werden. Auf eidgenössischer Stufe ist das Thema erledigt, doch bei den Kantonen hat die Ausmarchung erst begonnen.
Der neue Artikel 78h im Steuerharmonisierungsgesetz (SR 642.14) hält fest, dass «die Kantone Abzüge für Energiesparen und Umweltschutz vorsehen [können].» Somit können sich die Kantone auch für eine Beibehaltung der Abzüge entscheiden. Im Kanton Luzern wurde die Weiterführung der Abzüge via Postulat verlangt, der Luzerner Regierungsrat wird das Anliegen nun prüfen. Weitere Kantone dürften dem Beispiel folgen, denn energetische Sanierungen sind nicht nur für das Erreichen der kantonalen und eidgenössischen Klimaziele wichtig.
Mit Heizungssanierungen erzielt man auch eine merkbare einheimische Wertschöpfung. «Günstige Angebote für eine neue Heizung gibt es viele. Doch die wahre Nagelprobe sind Störungen oder Defekte. Ein Handwerker, der 50 oder 100 Kilometer weg sitzt, nützt dann wenig. Eine Heizung kaufen die meisten darum lieber im Dorf als im Internet.», sagt Markus Schlageter, Leiter Marketing bei ELCO. Er ist überzeugt, dass die heutige kleinteilige Struktur der Heizungs- und Sanitärbetriebe weiterhin erhalten bleiben wird, und damit auch die lokalen Arbeitsplätze. Somit hätten die Kantone einen handfesten Anreiz, um die Abzüge beizubehalten.
Im Zug des bundesrätlichen Sparpakets (EP 27) stand das Gebäudeprogramm unter massivem Beschuss. Der Ständerat entschied sich in der Wintersession 2025 für die Weiterführung des Programms, änderte aber die Finanzierung. In der Frühlingssession 2026 folgte der Nationalrat diesem Vorschlag. Eine erfreuliche Nachricht für alle Hauseigentümer, deren Sanierungsprojekte nun weiterhin gefördert werden. Zu diesem Punkt empfiehlt Christian Brogli, Leiter Kommunikation beim Branchenverband suissetec, eine frühzeitige Planung: «Eine Heizungssanierung verlangt eine sorgfältige Planung und genügend Vorlaufzeit. Deshalb sollte man sein Projekt rechtzeitig aufgleisen.»
Wer seine Heizung sanieren will, hat einige Hausaufgaben vor sich. Am Anfang steht das Abklären der Bedürfnisse und Rahmenbedingungen. Auf dieser Grundlage kann geprüft werden, welche Optionen überhaupt in Frage kommen. Meistens wird man sich für das Heizen mit einer Wärmepumpe entscheiden. Von den ersten Überlegungen zur Auftragsvergabe an ein Unternehmen sollte man strukturiert vorgehen – die Wegleitung für eine Sanierung in fünf Schritten hilft dabei. «In diesem Prozess sollte man unbedingt genügend Fragen stellen – nur so kann das eigene Wissen erhöht und das Projekt gut geplant werden», rät Markus Schlageter von ELCO. Einen guten Einblick in typische Fragestellungen gibt die Liste häufiger Fragen und Antworten zur Sanierung.
Wie die skizzierten Schritte zeigen, geht es bei der Heizungssanierung längst nicht «nur» um steuerliche Abzüge. Auch deshalb empfiehlt Christian Brogli von suissetec: «Eine frühzeitige und umfassende Planung ist wichtig. Spätestens 2027 rechnen wir mit einem Run auf Installationsbetriebe – wer zu spät kommt, wird warten müssen.»
Markus Schlageter, Leiter Marketing bei der ELCO (Mitglied der Geschäftsleitung)
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