Im Alten Hospiz auf dem St. Gotthard ist die Behaglichkeit zurückgekehrt
Seit 800 Jahren dient das Alte Hospiz auf dem Gotthardpass als Ort der Zuflucht und der Geborgenheit. In den letzten Jahrzehnten war es dem Zerfall preisgegeben. Nun ist es von Grund auf restauriert und wieder seiner traditionellen Bestimmung als Hort der Gastfreundschaft übergeben worden. Für Wärme und Behaglichkeit sorgt eine Heizungslösung von ELCO.
Moderne Technologie hat Einzug gehalten

Blick in den Heizungskeller des Vecchio Ospizio. Knappe Platzverhältnisse und enge Durchgänge erforderten eine vorausschauende Ausführungsplanung. Die beiden Wärmepumpen AQUATOP T30 sind typische Schweizer Produkte: Sie stehen für hohe Leistungsfähigkeit und einwandfreie Qualität. Während der Sperrzeiten für Strombezug deckt ein Pufferspeicher mit 1000 Liter Inhalt temporär den Bedarf an Raumwärme ab.
Hohe Anforderungen an Betriebssicherheit und Umweltfreundlichkeit
Seit der Römerzeit dient der Gotthardpass als Transitachse. Ein regelmässiger Warenverkehr entwickelte sich ab dem13. Jahrhundert, nachdem die Teufelsbrücke gebaut und die senkrechten Felswände der Schöllenen bezwungen worden waren, so dass sie von Tragtieren passiert werden konnte.
Das Hospiz wird erstmals im Jahre 1237 erwähnt. Naturgewalten zerstörten es mehrmals. Lawinen fegten es weg, Feuer höhlten es aus. In den letzten Jahrzehnten drohte es zu zerfallen. Seit Anfang der siebziger Jahre sind seine Türen für Gäste verschlossen. Heute gehören die Baulichkeiten der Stiftung Pro St. Gotthard, die sich zum Ziel gesetzt hat, sie der Nachwelt als Zeugnis der nationalen Geschichte zu erhalten. Neben der Rücksichtsnahme auf die historische Bedeutung sollte die Erneuerung dem Hospiz auch eine neue wirtschaftliche Zukunft garantieren. Die Renovation des Hospizes und der Ausbau als Dependance des Passhotels dauerten drei Jahre. Kostenpunkt über 5 Millionen Franken. Eröffnet wurde es im Juli 2010 als 3-Sterne-Hotel mit 14 Zimmern.
Kurze Saison, langer Winter
Betriebssicherheit und Umweltfreundlichkeit zählten zu den Hauptanforderungen, welche die Bauherrschaft an die neue Heizungslösung stellte. Dafür gibt es gute Gründe. Einerseits dauert die Saison auf dem Gotthard nicht einmal sechs Monate. Danach bleiben die Gebäude geschlossen, müssen aber weiter beheizt werden. Die Raumtemperatur bei reduziertem Heizbetrieb beträgt 8 Grad. Eine Störung kann unliebsame Folgen haben. Muss sie vor Ort behoben werden, sind damit kostspielige Umtriebe verbunden, kommt man im Winter doch nur per Helikopter auf den Pass. Sodann ist der Gotthard die Wasserscheide von vier bedeutenden Flüssen. Kontaminationen jeglicher Art müssen peinlichst vermieden werden, denn diese haben im Gebirge mit sensiblem Ökosystem gravierende Auswirkungen, da die natürliche Regenerationsfähigkeit eingeschränkt ist. Nach einer sorgfältigen Prüfung verschiedener Möglichkeiten und Wirtschaftlichkeitsvergleichen fiel die Wahl auf eine Heizungslösung von ELCO. Sie umfasste als Hauptkomponenten zwei Wärmepumpen sowie einen Pufferspeicher und einen Wassererwärmer von je 1000 Liter Inhalt.
Zeugnis der nationalen Geschichte

Das neue Alte Hospiz wurde in der traditionellen Bauweise der Gegend umgebaut und die Architektur der Landschaft angepasst.
Warmwasser in der gewünschten Menge

Für Warmwasser steht ein 1000-Liter-Stehspeicher mit Elektroheizeinsatz zur Verfügung, der sich innert kürzster Zeit nachladen lässt.
Wärmepumpen von ELCO sind Schweizer Qualitätsprodukte der neusten Generation
Nimmt man die Höhenlage, die Wetterbedingungen und die für Hotelbetriebe spezifischen Spitzen im Warmwasserbedarf als Massstab, stellt die Heizungslösung auf dem Gotthardpass eine besondere technische Leistung dar. Nur Wärmepumpen der neusten Generation erfüllen dafür die notwendigen Bedingungen.
Schweizer Qualitätsprodukte
Installiert wurden Sole-Wasser-Wärmepumpen des Typs AQUATOP T30 mit einer Heizleistung von 30,6 kW und einem COP-Wert von 4,5. Es handelt sich um Wärmepumpen der neusten Generation. Sie zeichnen sich aus durch hohe Qualität, Robustheit und geringe Schallemissionen. Neben der optimalen Dämmung des Gehäuses und vibrationshemmenden Schläuchen trägt der geräuscharme Scrollkompressor zu den sehr niedrigen Dezibelwerten bei. Die Geräte sind parallel geschaltet und laufen bedarfsabhängig. Falls nötig, kann eine Pumpe allein den Grundbedarf für Raumwärme und Warmwasser abdecken. Damit ist eine Redundanz gewährleistet. Wärmepumpen von ELCO sind Schweizer Qualitätsprodukte. Sie werden von der Firma Termogamma in Biasca hergestellt und sind auf die Bedürfnisse des Schweizer Marktes abgestimmt.
Fünf Bohrungen von je 185 m Tiefe wurden in Gesteinsschichten vorgetrieben, die teils Wasser führen, was die thermische Speicherkapazität und folglich die spezifische Bezugsleistung der Sonden verbessert. Für den Wärmetransport wird eine ungiftige Sole verwendet. Die Sonden münden in einen Sammelschacht ausserhalb des Gebäudes, der seinerseits über eine Fernleitung mit der Wärmepumpe verbunden ist. Um die Sperrzeiten des Strombezugs für Wärmepumpen zu überbrücken, deckt ein Pufferspeicher mit Elektroheizeinsatz temporär den Bedarf an Raumwärme ab. Er sorgt ferner dafür, dass die Pumpen effizient und sparsam betrieben werden können. Für Warmwasser steht ein 1000-Liter-Stehspeicher mit Elektroheizeinsatz zur Verfügung.
Dank dem Plattenwärmetauscher für Magroladung entsteht im Speicher keine Mischzone. Die elektronische Regelung sorgt für Warmwasser in der gewünschten Menge. Ruht der Hotelbetrieb, werden wichtige Anlagenkomponenten sowie die Raumtemperaturen beständig überwacht. Es ist geplant, dass künftig einzelne Parameter der Haustechnik auch via Fernbedienung verändert werden können.
Sehr zufrieden mit der neuen Heizungslösung im ältesten Gebäude auf dem Gotthard
Ein Projekt auf 2100 Meter Höhe zu realisieren, hat seine Besonderheiten. Die Bauzeit ist beschränkt auf die Sommermonate. Rapide Wetter- und Temperaturwechsel bis zu 20 Grad an einem Tag sind häufig. Gefordert ist die Logistik, damit alle Komponenten und Materialien termingerecht auf der Baustelle eintreffen.
«In dieser Beziehung muss ich ELCO ein Kränzchen winden», sagt Bernhard Gisler, Abteilungsleiter Heizung der Firma Arnold AG in Schattdorf und verantwortlich für die Ausführung der neuen Heizung im Alten Hospiz. «Sämtliche Anlagenteile wurden stets zur richtigen Zeit auf die Baustelle geliefert.» Nicht einfach war es zudem, die neue Heizung mitsamt all ihrer Komponenten ins Gebäude einzubringen. Vorausschauende Planung war notwendig. Voluminöse Teile mussten zu einem Zeitpunkt eingebracht werden, als das Gebäude ausgehöhlt war, ansonsten die vorhandenen Öffnungen dafür nicht ausgereicht hätten. Der Einbau der neuen Heizung erstreckte sich über zwei Jahre. Im Sommer 2008 erledigte man Vorbereitungsarbeiten, während die eigentliche Montage im darauffolgenden Jahr erfolgte. «Praktisch am letzten Tag, bevor der Pass geschlossen wurde, beendeten wir unsere Arbeiten», erinnert sich Bernhard Gisler. Den harten Testwinter mit Aussentemperaturen bis minus 30° C bewältigte das neue Heizsystem problemlos.
Stolz auf das gelungene Werk
«Die Anlage funktionierte ab dem ersten Tag tadellos », bestätigt Projektleiter Gisler. Auch Hoteldirektor Arnold Abplanalp weiss nur Gutes über die neue Heizung zu berichten, die sehr einfach zu bedienen ist. Alle Leistungsparameter entsprechen den Soll-Werten. Selbst extreme Bedarfsschwankungen bewältigen die beiden Pumpen anstandslos. «Verständlicherweise », so Bernhard Gisler, «sind alle Mitarbeitenden der Arbeitsgemeinschaft, die auf dem Pass zum Einsatz kamen, stolz darauf, dass sie im ältesten Gebäude auf dem Gotthard eine neue Heizung installieren durften, welche die hohen Anforderungen in allen Punkten erfüllt.» Damit ist im Alten Hospiz die Behaglichkeit wieder zurückgekehrt. «Dazu hat auch ELCO wesentlich beigetragen», ergänzt Abteilungsleiter Gisler. «Die Qualität der Produkte, die kompe tente Beratung und die effiziente Systemintegration sowie der prompte Service bildeten wichtige Voraussetzungen, dass das Projekt erfolgreich abgeschlossen werden konnte und alle Beteiligten mit der neuen Heizungslösung sehr zufrieden sind.»
Daten zur Heizungslösung
Heizungslösung von ELCO
- Zwei Sole-Wasser-Wärmepumpen AQUATOP T30, Heizleistung 30,6 kW, Leistungszahl 4,5 (COP)
- Heizungsregler LOGON B WP61
Weitere Haustechnik
- 5 Erdsonden, Bohrtiefe je 185 Meter
- Externer Sammelschacht mit Fernleitung zum Heizungskeller
- 1 Pufferspeicher HPM1000 mit Elektroheizeinsatz SH 6.0, Volumen 1000 Liter
- 1 Stehspeicher 1000 ELC mit Elektroheizeinsatz RSW 12 C, Volumen 1000 Liter
- Plattenwärmetauscher für Magroladung
Bauherr
Stiftung Pro St. Gotthard, CH-6780 Airolo TI
Ausführung
ARGE San Gottardo, Russi AG/Arnold AG,
c/o Russi Heizung-Sanitär AG
Gemsstockstrasse 1, CH-6400 Andermatt/UR