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Digitaler Heizberater elconsult

Für die Wahl des Energieträgers gibt es kein Patentrezept

Wer eine neue Heizung einbauen oder seine alte Heizung sanieren lässt, muss sich zuvor entscheiden, welchem Energieträger er den Vorzug geben will. In Frage kommen primär Öl, Gas, Strom und Holz. Dazu Sonnenenergie zur Warmwasserbereitung und zur Heizungsunterstützung in Übergangszeiten.

In der Energieversorgung der Schweiz besteht eine grosse Abhängigkeit von Erdöl und Erdgas, und die Stromversorgung ist unsicher. Soweit die Beurteilung des Bundesamtes für Energie. Die Mehrzahl der rund 2 Millionen Gebäude wird mit Öl oder Gas beheizt. Dem stehen etwa 140'000 Wärmepumpen gegenüber. Sie verzeichneten in den letzten Jahren eine starke Zunahme. Allerdings liegt ihre Zahl noch unter derjenigen von elektrischen Heizungen. Die Dominanz der beiden Energieträger Erdgas und Heizöl kann mit Preisvorteilen begründet werden. Trotz markanter Verteuerung in den  vergangenen zwei Jahren ist Heizöl im Jahresvergleich nach wie vor der günstigste Energieträger. Im positiven Sinne sollte erwähnt werden, dass sich ungeachtet der Zunahme der Geschossflächen der Wärmeverbrauch stabilisiert hat, und auch der CO2-Ausstoss von Brennstoffen konnte um etwa 1,6 Millionen Tonnen reduziert werden. Gründe dafür sind die Verbesserung der Dämmung von Gebäuden vor allem bei Neubauten,  die Optimierung der Gebäudetechnik sowie weitere Effizienzsteigerungen in der Heizungstechnologie, etwa durch die Einführung der Ölbrennwerttechnik.

Beurteilungskriterien für die Wahl des Energieträgers

Wo immer möglich, sollte Gratisenergie von der Sonne genutzt werden, sei dies für Raumwärme oder Warmwasser.

  Öl Gas Strom* Holz Sonne
Stand Juni 2009
*Auf einheimische Produktion bezogen
  sehr gut
  gut
  akzeptabel
  problematisch
Aktueller Preis
Preisentwicklung
Verfügbarkeit
Versorgungssicherheit
Lagerfähigkeit
Reserven
Wertschöpfung Inland
CO2-Ausstoss (klimawirksam)
Feinstaub
Standard Heiztechnik

Gratisenergie liefert nur die Sonne

Für die Wahl des Energieträgers gibt es kein Patentrezept. Klarheit verschaffen können Optimierungsverfahren mit relevanten Kriterien, die je nach Bedürfnissen, Präferenzen und Zukunftserwartungen bewertet werden. Die Tabelle stellt ein Modell für eine Entscheidungsfindung dieser Art dar. Neben dem Preis spielen vor allem die Verfügbarkeit, die Versorgungssicherheit, die Reserven und die Umweltfreundlichkeit eine Rolle. Unterschiede gilt es auch zu machen zwischen Sanierung und Neubau. Lohnt sich etwa die Umstellung auf einen andern Energieträger? Sodann muss auch das Gebäude in die Evaluation mit einbezogen werden.

Die billigste Energie ist natürlich die eingesparte Energie. Dazu verhilft eine gut gedämmte Gebäudehülle. Wo immer möglich, sollte man Gratisenergie von der Sonne nutzen, insbesondere wenn mit Öl oder Gas geheizt wird. Bis zu 70% der Energie, die für die Warmwasserbereitung aufzuwenden sind, können damit eingespart werden, und in der warmen Jahreszeit kann die Heizung ganz ausgeschaltet werden.  Allerdings ist Solarenergie im Winter nicht ausreichend verfügbar. Holz ist CO2-neutral. Dazu ein nachwachsender, einheimischer Rohstoff, der vor der Haustüre wächst. Wärmepumpen entnehmen 80% der abgegebenen Wärme aus der Umwelt. Sie sollten mit Ökostrom betrieben werden, damit sie als Vorbild für Umweltfreundlichkeit dienen können. Erdgas hat eine bessere CO2-Bilanz als Heizöl. Dafür ist Heizöl ein lagerfähiger Energieträger. Bei der Versorgungssicherheit kann davon ausgegangen werden, dass auch im nächsten Lebenszyklus einer Heizung, der rund 15 Jahre beträgt, alle Energieträger ausreichend zur Verfügung stehen, der Energiebedarf für Raumwärme wegen der besseren Gebäudedämmung weiter sinken, derjenige für Warmwasser dagegen zunehmen dürfte.

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